Die Behandlung einer Gaming- oder Social-Media-Sucht

Eine Therapie verfolgt das Ziel, die Betroffenen dabei zu unterstützen, den problematischen oder pathologischen Gaming- und Social Media-Gebrauch beenden zu können. Hintergründe für die Entstehung der Problematik sollen erkannt und eventuell auch verändert werden. Für eine Therapie dieses Problems sind Psychotherapeuten und Kliniken zu empfehlen, die sich mit der Behandlung von pathologischem Nutzungsverhalten auskennen. Bei der Anmeldung zu einer Therapie sollte deshalb gefragt werden, wie viele Erfahrungen mit der Behandlung von pathologischem Gaming- und Social Media-Gebrauch vorliegen und ob es in der Einrichtung ein spezielles Behandlungskonzept gibt.

Die ambulante Therapie

Eine Therapie kann ambulant oder stationär erfolgen. Eine ambulante Therapie hat den Vorteil, dass die Betroffenen in ihrem Wohnumfeld bleiben können und Veränderungen direkt im realen Umfeld erproben können. Eine Unterbrechung der Schule, Ausbildung oder Arbeitstätigkeit ist meist nicht erforderlich. Ambulante Therapien werden häufig in den Praxen von Kinder- und Jugendpsychiatern oder - Psychotheraputen oder Beratungsstellen angeboten. Hier kannst Du dich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Berufsfelder informieren. Eine ambulante Therapie findet in aller Regel einmal oder mehrmals in der Woche in einem Zeitumfang von jeweils eine bis zwei Stunden statt, kann also nach der Schule oder der Ausbildung bzw. Arbeit durchgeführt werden. Eine Änderung des Verhaltens ist jedoch dadurch gleichzeitig erschwert, da eine ununterbrochene Konfrontation mit den Umständen, die zum Problem gehören, gegeben ist. Dazu gehört ein leichterer Zugang zum Internet, zur Konsole und zum Computer. Selbst wenn diese digitalen Geräte zu Hause entfernt wurden, ist die Nutzung über das Smartphone oder Internetcafés oder bei Freunden natürlich möglich. Darüber hinaus ist man mit bekannten Problemen – wie Konflikten mit den Eltern – konfrontiert. Dazu können noch Probleme auftreten, die vielleicht bisher nicht so deutlich im Vordergrund waren, weil die Tätigkeiten im Internet bzw. am Computer, dem Smartphone und der Konsole geholfen haben, sie zu verdrängen wie Gefühle von Einsamkeit, Wut, Minderwertigkeit, Ängste anderen Menschen gegenüber, Zukunftsängste etc.

Eine ambulante Therapie ist vor allem dann zu empfehlen, wenn...

  • ein unterstützendes Umfeld existiert.
  • es noch nicht zu schwerwiegenden negativen Folgen (wie beispielsweise einem dauerhaften Fehlen in der Schule/Ausbildung oder zusätzlichen psychischen Problemen) gekommen ist.
  • der normale Tag-Nacht-Rhythmus noch besteht.
  • ein regelmäßiger Besuch der Schule oder Ausbildungsstelle noch erfolgt.
  • Sozialkontakte in der realen Welt noch gepflegt werden.
  • das Problem nicht schon viele Jahre besteht.
  • erste Schritte der Problemlösung (z.B. Account-Abmeldung beim Computer-Spiel oder sozialem Medium, das am meisten Zeit beansprucht) schon selbstständig erfolgt sind.

Die stationäre Therapie

Eine stationäre Therapie erfolgt in einer entsprechenden Fachklinik. Eine gewisse räumliche Distanz zum Wohnumfeld ist damit gegeben. In schwereren Fällen kann dies nötig sein, damit Betroffene ihr Problemverhalten überhaupt unterbrechen können und in diesem Umfeld lernen ihren Tagesablauf wieder neu zu organisieren. Eine stationäre Therapie ist dann zu empfehlen, wenn die oben genannten Bedingungen für eine ambulante Therapie nicht gegeben sind und dadurch eine engere Betreuung nötig ist.

Hier erfährst Du, welche Beratungs- oder Therapieeinrichtung es in deiner Nähe gibt.

Über die Therapeutensuchfunktion der Ärztekammer Deines Bundeslandes erhälst Du außerdem eine Übersicht über ambulante Psychotherapeuten in deiner Umgebung.